Tagessatz oder Monatspreis: der Kipppunkt liegt bei acht Tagen
Für jede Boxgröße gibt es bei uns zwei Preise, und der eine ist nicht die bessere Version des anderen. Der Tagessatz ist für die kurze Überbrückung gedacht, der Monatspreis für alles, was länger dauert. Rechnen Sie den Kipppunkt einmal selbst nach: 69 € Monatspreis geteilt durch 9 € Tagessatz sind gut sieben Tage, bei der 10-m³-Box sind es 109 geteilt durch 15, also ebenfalls gut sieben, und bei der 20-m³-Box 189 geteilt durch 25. Deshalb die Faustregel: Bis etwa acht Tage gewinnt der Tagessatz, darüber der Monatspreis.
Praktisch bedeutet das zwei Dinge. Fünf Tage in der kleinsten Box kosten fünf mal 9 €, also 45 €, und niemand verkauft Ihnen dafür einen Monat. Zwölf Tage kosten dagegen nicht zwölf Tagessätze, sondern den Monatspreis von ab 69 €. Sie müssen sich vorher für nichts entscheiden und auch nichts nachverhandeln, weil ohnehin die günstigere Variante abgerechnet wird.
Warum das nicht selbstverständlich ist, zeigt die Gegenrechnung. Eine 20-m³-Box über drei Monate käme zum reinen Tagessatz auf 2.250 € und wäre damit jenseits jedes vernünftigen Angebots. Zum Monatspreis sind es drei mal 189 €, also 567 €. Umgekehrt zahlt beim reinen Monatsvertrag jeder drauf, der nur eine Woche überbrücken muss, besonders dann, wenn eine Kündigungsfrist dazukommt und aus 24 Tagen Nutzung zwei bezahlte Monate werden.
Marktpreise anderer Anbieter nennen wir hier bewusst nicht. Sie hängen an Lage, Etage, Vertragslaufzeit und laufenden Aktionen und liegen so weit auseinander, dass jede Zahl in wenigen Wochen falsch wäre. Vergleichbar wird es erst, wenn Sie bei jedem Angebot dieselben Posten zusammenrechnen: Miete, Anfahrt, Transport, Material, Schloss, Kaution und Versicherung.
Selfstorage oder Abholservice: zwei verschiedene Rechnungen
Beim klassischen Selfstorage mieten Sie eine Fläche und kümmern sich um alles andere selbst. Sie brauchen ein Fahrzeug, Sie tragen, Sie stapeln, und Sie kommen dafür in der Regel jederzeit an Ihre Sachen. Wer viele kleine Teile hat und öfter etwas herausholt, fährt damit gut.
Beim Abholservice holen wir ab, lagern ein und stellen später wieder zu. Jede Fahrt kostet ab 89 €, hin und zurück also ab 178 €. Dafür entfällt die Fahrzeugmiete, es entfällt das Treppentragen, und es entfällt die Frage, ob am Umzugstag noch jemand Zeit hat. Der Preis dafür ist die geringere Spontaneität: Wer alle zwei Wochen etwas herausholen will, sollte diesen Weg nicht wählen.
Rechnen Sie beide Varianten einmal komplett durch, dann wird der Unterschied sichtbar. Ein Mietfahrzeug für einen Tag, Sprit, Spanngurte und zwei Helfer für vier Stunden liegen zusammen selten unter dem, was zwei Fahrten kosten. Wenn Sie das Fahrzeug bei uns nehmen, kostet der Transporter mit 12 m³ und Fahrer ab 44 € je Stunde, der Fahrer packt dabei mit an.
| Box | Passt gestapelt ungefähr für | Tagessatz | Monatspreis |
|---|---|---|---|
| Lagerbox 5 m³ | Ein Zimmer oder ein Kellerabteil, rund 30 Kartons | ab 9 € am Tag | ab 69 € im Monat |
| Lagerbox 10 m³ | Ein- bis Zweizimmerwohnung, Möbel zerlegt | ab 15 € am Tag | ab 109 € im Monat |
| Lagerbox 20 m³ | Zwei- bis Dreizimmerwohnung mit Betten und Schränken | ab 25 € am Tag | ab 189 € im Monat |
| Lagerfläche ab 30 m³ | Vier Zimmer oder Betriebsbestand | auf Anfrage | ab 269 € im Monat |
| Abholung oder Zustellung | Eine Fahrt innerhalb Berlins | ab 89 € je Fahrt | ab 89 € je Fahrt |
Beträge inklusive Mehrwertsteuer. Bis etwa acht Tage ist der Tagessatz günstiger, darüber der Monatspreis, und wir rechnen automatisch die günstigere Variante ab. Im Lager wird höher gestapelt als im Transporter geladen, deshalb liegt das Lagervolumen deutlich unter dem Ladevolumen desselben Haushalts.
Was den Preis wirklich treibt
Der größte Hebel ist das Volumen, und zwar nicht das Volumen, das Sie haben, sondern das, was Sie bezahlen. Eine halb leere 20-m³-Box kostet genauso viel wie eine volle. Wer vorher zerlegt, stapelt und aussortiert, kommt oft eine Boxgröße tiefer, und zwischen der 20er und der 10er Box liegen 80 € im Monat.
Der zweite Hebel ist die Dauer, und der dritte ist die Zahl der Fahrten. Alles, was zweimal bewegt wird, weil beim ersten Mal die Hälfte vergessen wurde, kostet eine zusätzliche Fahrt. Deshalb lohnt es sich, vor der Abholung wirklich alles an einer Stelle zu sammeln.
- Volumen: entscheidet über die Boxgröße und damit über beide Tarife
- Dauer: unter acht Tagen zählt der Tagessatz, darüber der Monatspreis
- Fahrten: ab 89 € je Fahrt, jede vergessene Kiste kann eine weitere auslösen
- Tragen: Helfer ab 25 € je Stunde, bei Mindestabnahme von zwei Stunden
- Material: Kartons leihen ab 0,90 € je Stück und Woche, Möbeldecken 2,50 € je Stück und Woche
- Zerlegen und späteres Aufbauen: Montagehelfer ab 28 € je Stunde inklusive Werkzeug
Vier Rechenbeispiele mit echten Zahlen
Das erste Beispiel ist die ganz kurze Überbrückung. Zwischen Auszug und Einzug liegen vier Tage, der Hausrat einer Dreizimmerwohnung passt gestapelt in die 20-m³-Box. Vier mal 25 € ergibt 100 €. Der Monatspreis von ab 189 € kommt hier gar nicht zum Tragen, und niemand muss ihn zahlen.
Das zweite Beispiel ist die klassische Zwischenlagerung über drei Wochen. Eine Einzimmerwohnung geht in die 10-m³-Box. Ab dem neunten Tag greift der Monatspreis, gezahlt werden also ab 109 € und nicht 21 Tagessätze. Dazu kommen zwei Fahrten mit ab 89 €, macht 178 €. In der Summe rund 287 €, ohne Material und ohne Helferstunden.
Das dritte Beispiel ist der Auslandsaufenthalt über ein halbes Jahr. Ein Zweipersonenhaushalt braucht die 20-m³-Box: sechs mal 189 € ergibt 1.134 €, dazu die beiden Fahrten, zusammen rund 1.312 €. Das ist die Größenordnung eines mittleren Stadtumzugs und liegt deutlich unter dem, was die Neuanschaffung eines Haushalts kostet. Trotzdem gehört auch diese Summe Stück für Stück geprüft.
Das vierte Beispiel ist der Kellerersatz auf Dauer. Wer Saisonsachen, Werkzeug und Fahrräder auslagert, weil die Wohnung keinen Keller hat, zahlt in der 5-m³-Box ab 69 € im Monat und damit rund 828 € im Jahr. Das ist ein zusätzlicher Nebenkostenposten. Sinnvoll ist er, wenn der Inhalt regelmäßig gebraucht wird und in der Wiederbeschaffung teuer wäre. Unsinnig ist er, wenn dort im Wesentlichen aufgeschobene Entscheidungen lagern.
Woran Sie versteckte Kosten erkennen
Der beworbene Preis und der bezahlte Preis liegen bei Lagerraum häufiger auseinander als bei anderen Dienstleistungen, weil viele kleine Posten dazukommen können. Sie müssen dafür kein Misstrauen mitbringen, es reicht, die folgenden sechs Fragen zu stellen, und zwar bei jedem Anbieter gleich.
- Gibt es eine Mindestlaufzeit, und wie lang ist die Kündigungsfrist?
- Wird eine Kaution verlangt, und wann kommt sie zurück?
- Ist ein Schloss enthalten oder muss es gekauft werden?
- Ist eine Versicherung Pflicht, und was genau deckt sie ab?
- Kostet der Zugang außerhalb bestimmter Zeiten extra?
- Fällt eine Anfahrts- oder Bearbeitungspauschale an, die im Tagespreis nicht steht?
Was bei uns getrennt berechnet wird
Damit die Zahlen oben belastbar bleiben, hier die Trennlinie: Tagessatz und Monatspreis gelten für die Box und für nichts sonst. Fahrten werden je Fahrt berechnet, Helferstunden nach Stunden, und Packmaterial wird geliefert und getrennt abgerechnet. Kartons können Sie leihen statt kaufen, das ist bei kurzer Lagerzeit deutlich günstiger, und wir holen sie hinterher wieder ab.
Was Sie nicht bezahlen, ist die Besichtigung. Wir schauen uns vorher an, was eingelagert werden soll, und schätzen das Volumen. Diese Schätzung ist der wichtigste Teil der ganzen Kostenfrage, denn eine Boxgröße daneben kostet über ein halbes Jahr mehr als jeder Verhandlungserfolg beim Tagessatz. Alle genannten Beträge verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.